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Telemann-Stiftung 
(Treuhandstiftung

in der Haspa Hamburg Stiftung)


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Telefax +49 (0) 4532 / 21 77 9

www.Telemann-Stiftung.de

Biographie Telemanns

Magdeburg, 1681-1694



Georg Philipp Telemann wurde am 14. März 1681 in Magdeburg geboren. Sein Vater, Heinrich Telemann, war Prediger an der Heilig-Geist-Kirche. Ab 1691 besuchte Georg Philipp die Altstädter Schule und kam dort durch den Kantor Benedikt Christiani erstmals mit Musik in Berührung. Und das wohl sehr nachhaltig. Denn Telemanns Mutter Maria war direkt erschrocken über den schon früh erkennbaren, starken musikalischen Drang ihres Sohnes. Wünschte sie sich doch, dass er später einen „ehrbaren“ Brotberuf ergreifen sollte.



 

Clausthal-Zellerfeld, 1694-1701



Um ihm „das Notengift zu entziehen“ (wie Telemann selbst es später scherzhaft ausdrückte), wurde der 13jährige Georg Philipp in den Harz, nach Clausthal-Zellerfeld, geschickt. Einige Zeit lebte er dort im Haus des Geistlichen Caspar Calvör und seiner Frau Catharina. Aber auch hier erkannte und förderte man schnell sein musikalisches Talent: Telemann spielte die Orgel in der St. Salvatoris-Kirche, dirigierte den Kirchenchor – und komponierte!

1697 wurde Telemann Gymnasiast am Andreanum in Hildesheim. Mit Unterstützung des dortigen Rektors Losius baute er seine musikalischen Kenntnisse weiter aus, unter anderem durch Besuche in Braunschweig, wo er als Zaungast höfische Musiken miterlebte.

Leipzig, 1701-1704

In Leipzig schrieb Telemann sich 1701 als Jura-Student ein. Seinem guten Vorsatz, der Musik nicht mehr den Vorrang zu geben, konnte er aber nicht lange treu bleiben: Gemeinsam mit anderen Studenten gründete er ein Collegium musicum, einen privaten Zusammenschluss von Musikliebhabern, die regelmäßig miteinander musizierten. In Leipzig war es auch, wo Telemann – mit dem Schreiben von Kantaten – seinen ersten Kompositionsauftrag bekam. Dann brach sich sein Talent endgültig Bahn: Als Sänger, Dirigent und Komponist wirkte er umfassend an der Leipziger Oper mit. Schließlich wurde er Organist und Musikdirektor an der Leipziger Neuen Kirche. Damit war Telemanns weiterer Weg entschieden: Er hatte sich zum „Berufsmusiker“ entwickelt.



 

Sorau/Zary, 1705-1706



Erdmann Graf Promnitz, ein Höfling des polnischen Königs (und sächsischen Kurfürsten) Augusts des Starken, berief Telemann nach Sorau. Hier arbeitete Telemann als Hofkapellmeister. Er leitete die Hofkapelle, komponierte und spielte die Orgel.

Der Graf war eben erst aus Frankreich zurückgekehrt und schwärmte für französische Musik, zu der er wohl auch reichlich Notenmaterial im Gepäck hatte. So kam Telemann unter anderem in Kontakt mit Kompositionen von Jean Baptiste Lully und André Campra und begann seinerseits, sich für Frankreich zu begeistern.

Nachhaltig beeindruckte Telemann auch polnische Volksmusik, die er auf Reisen mit der Hofkapelle durch Polen, nach Krakau und Pless, kennenlernte. Er ließ sie in vielfältiger Weise in seine Kompositionen einfließen.



 

Eisenach, 1707-1712



Politische Unruhen veranlassten Telemann 1706, seinen Abschied von Sorau zu nehmen. Er wandte sich nach Eisenach, wo er 1707 Konzertmeister der Hofkapelle und wenig später Kapellmeister derselben wurde. Als solcher hatte er Konzerte und Ouvertüren, Huldigungsmusiken, Kammermusik und Kirchenmusik zu komponieren.

1709 heiratete Telemann Amalie Louise Juliane Eberlin. Er hatte sich schon zu Sorau-Zeiten in die Tochter des Kasseler Hofkapellmeisters Daniel Eberlin verliebt. Der Kontakt war zustande gekommen, weil Amalie die Kammerjungfer der Frau seines gräflichen Arbeitgebers war.

1711 starb Amalie bei der Geburt ihres ersten Kindes.

Kurz danach verließ Telemann Eisenach, wurde dort aber vorher noch zum „Kapellmeister von Haus aus“ ernannt. Das heißt: Er lieferte weiterhin Kompositionen an den Eisenacher Hof.



 

Frankfurt, 1712-1721



Die Messe- und Krönungsstadt Frankfurt am Main bot Telemann ab 1712 attraktive und vielseitige Möglichkeiten, seine Fähigkeiten einzusetzen. 

Zunächst wurde Telemann vom Rat der Stadt angestellt als Musikdirektor und Kapellmeister an der Barfüßerkirche. Bald darauf übernahm er die gleiche Funktion für die Katharinenkirche. Daneben reaktivierte er das Collegium musicum der Gesellschaft Frauenstein, für die er zusätzlich wirtschaftlicher Verwalter und Leiter der Veranstaltungen wurde. Mit dem Frankfurter Collegium musicum konnte Telemann bedeutende Projekte verwirklichen: Die Aufführung seiner Brockes-Passion und die Huldigungsmusik auf die Geburt des Erzherzogs Leopold von Österreich fallen in diese Zeit. Überdies konnte er erfolgreich Verbindungen zur damals berühmten Darmstädter Hofkapelle aufbauen.

In Frankfurt beantragte Telemann das Bürgerrecht und verheiratete sich 1714 – ein zweites Mal – mit der Tochter des Ratskornschreibers, Maria Catharina Textor.



 

Hamburg, 1721-1767



Als Telemann sich 1721 in Hamburg bewarb, erhoffte er sich dadurch noch bessere berufliche Möglichkeiten. Diese waren unter anderem durch die Oper und durch zahlreiche repräsentative Anlässe für Rat und Bürgerschaft gegeben.

Auch in Hamburg reaktivierte Telemann das Collegium musicum und baute mit ihm und mit namhaften Sängerpersönlichkeiten ein reges öffentliches Musikleben auf. Ein weiteres wichtiges Anliegen war Telemann die Modernisierung der Kirchenmusik auf der Grundlage zeitgemäßer Texte.

Trotz anfänglicher Kämpfe mit widrigen Umständen blieb Telemann, gestärkt durch den Zuspruch von Freunden und Förderern, für den Rest seines Lebens in Hamburg.

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